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Das Sexocorporel-Konzept

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5. Klinische Bedeutung der Unterscheidung eines Modells mentaler Gesundheit und eines Modells sexueller Gesundheit

Die Erregungsfunktion als Fundament unserer Sexualität ist die am wenigsten bekannte und evaluierte Funktion, obwohl sie in direkt kausalem Zusammenhang mit über 50 Prozent der sexuellen Probleme unserer Klienten steht. Klinische Erfahrungen zeigen mit aller Deutlichkeit, wie Störungen der Erregungsfunktion (Ejaculatio präcox, Anorgasmien, Erektile Dysfunktion etc.), des sexuellen Begehrens und zum Teil auch des Erlebens der Geschlechtsidentität mit Lernschritten auf der Ebene der Erregungsfunktion zusammenhängen.

Ein fundamentales Problem vieler so genannter Sexualtherapien ist das mangelnde Evaluieren der direkten Kausalitäten, also der sexuellen Lernschritte. Die Unkenntnis dieser direkt kausalen Zusammenhänge führt zur Suche nach indirekten Kausalitäten wie Beziehungsproblemen, psychischen Konflikten, einer «schwierigen Kindheit» oder sexuellen Übergriffen, die dann in einer hypothetischen Konstruktion mit der sexuellen Störung in einen direkten Zusammenhang gebracht werden. In dieser «naturalistischen» Konzeption von Sexualität entwickelt sich diese nach dem Entfernen der «Hindernisse» spontan. Selbstverständlich werden auch im Sexocorporel die indirekten Kausalitäten evaluiert, da sie etwa sexuelle Lernschritte behindern und eventuell einer spezialisierten Behandlung bedürfen.

Fehlendes sexologisches Wissen führte unnötigerweise zu einer «Psychopathologisierung» (analog der «Medikalisierung») vieler Klienten mit sexuellen Problemen. Die Mehrheit der Klienten, die wegen ihrer sexuellen Probleme therapeutische Hilfe suchen, ist psychisch gesund. Langjährige klinische Erfahrungen, auch anderer Autoren wie z.B. Helen Kaplan, bestätigen dies. Andererseits sind sexuelle Störungen bei Personen mit psychischen Erkrankungen häufig. Und sexuelle Störung können die psychische Gesundheit eines Menschen oder die Paarbeziehung massiv beeinträchtigen.

Ein Modell sexueller Gesundheit ist die Voraussetzung für eine getrennte Konzeption und Evaluation psychischer und sexueller Gesundheit. Diese Unterscheidung verhilft zu einer genaueren Diagnostik als Voraussetzung für ein therapeutisches Projekt. Eine Konfusion im Sinne unklarer kausaler Zusammenhänge kann so verhindert werden.